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Damit Sie gleich schon mal Lust auf veganes Essen bekommen, ohne vielleicht überhaupt mehr wissen zu wollen, finden Sie hier mit freundlciher Genehmigung des Verlages ein ganz tolles, veganes Rezept für vegane "Donauwellen".


Donauwelle.pdf

Aber nun zum Thema:

Veganer, sind das nicht diese ausgezehrten, blassen Möhrenknabberer in Jutehemden und Jesuslatschen? Und wieso haben die sich eigentlich so und essen keine Eier und trinken keine Milch? Für das Ei muss das Huhn doch nicht sterben und die Kuh nicht für die Milch??  

Ehrlich gesagt, so habe ich bis vor kurzem auch noch gedacht. Und meine ersten Berührungen mit dem Veganismus vor über 20 Jahren waren auch alles andere als Mut machend. Da war die militante Tierschützerin, die einfach alle tierischen Produkte wegließ, sich weiter keine Gedanken über ihre Ernährung machte und die schließlich wirklich so blass und elend daherkam, dass man ihr das Halleluja durch die Rippen pusten konnte. So wollte ich nicht leben! Und außerdem könnte ich das ja auch gar nicht, denn ich war ein Mozzarella-Junkie, brauchte meinen Käse und überhaupt war ich ja schon Vegetarierin und das war doch immerhin auch schon was.

Das mit dem Käse war bis Frühjahr 2009 auch immer noch so, ein Leben ohne Käse war für mich und meine Lebensgefährtin nicht vorstellbar. Wenigstens kauften wir ihn in Bio-Qualität und konnten so recht erfolgreich verdrängen, dass auch die Bio-Kuh, wenn sie keine Kälbchen mehr bekam, vor dem Erreichen der natürlichen Lebenserwartung geschlachtet wurde. Vielleicht nicht schon mit 6 Jahren, sondern vielleicht erst mit 10, weil sie ja nicht so ausgebeutet wurde wie ihre konventionell gehaltene Kollegin, aber am Ende waren doch beide tot. Und dann dachten wir uns eines Tages, dass es doch nicht sein kann, dass wir, obwohl wir um die tierschützerische und ökoligische Problematik der Milcherzeugung wissen, nur um unseres Genusses willen billigend in Kauf nehme, dass Kühe vorzeitig geschlachtet werden und auch in der Bio-Milchgewinnung die Kälbchen von den Müttern getrennt werden.

Aber speziell ich wollte den Geschmack von Tomate-Mozzarella nicht aufgeben, leckeres Essen ist für mich ein wichtiges Stück Lebensqualität. Also probierte ich ein wenig mit Tofu statt Mozzarella herum, denn mal ehrlich, ungewürzt schmeckt beides eher wie eingeschlafene Füße. Aber erst mit dem aufgetauten Tofu, der ja dann Marinade sehr gut aufnimmt, hatte ich endlich eine Lösung gefunden und eine preiswerte noch dazu. Denn der Tofu, sogar der Gute aus dem Bioladen und nicht der aus Gen-Soja vom Asienladen, war billiger als der Bio-Mozzi, den ich sonst aß. Und als mir auch mein erster Vegan-Nuss-Kuchen besser gelang als meine bisherigen Kuchen mit Butter und Ei und zu allem Überfluss auch noch supergut schmeckte, da war der Entschluss gefasst: Schluss mit Vegetarismus, herzlichen willkommen veganes Leben! 

Die Kuh ist Ihnen egal? Das ist zwar schade, besonders für die Kuh, aber dann kommt hier ein Argument, dem sich wohl niemand ernsthaft verschließen kann. Es geht um unsere Zukunft, denn die fressen wir uns und den folgenden Generationen regelrecht weg. Sie wollen Wasser sparen und betätigen in Ihrer Toilette die Spülung nur so lang wie unbedingt nötig? Sie duschen lieber statt ein Vollbad zu nehmen? Sehr lobenswert, ein guter Anfang, ganz ehrlich, aber leider nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn Sie dann beim Mittagessen mit der Familie ein Kilo Rinderbraten verputzen, dann haben Sie und Ihre Lieben mal eben 15.000 Liter Wasser verbraucht. (Damit könnten Sie ein Jahr lang jeden Tag ausgiebig duschen!) Das ist kein Schreibfehler, sondern die ungeheure Wassermenge, die für die Erzeugung eines einzigen Kilos Rindfleisch gebraucht wird. Denn welches Rind steht heute noch auf der Weide, ernährt sich ausschließlich von Gras und Heu? Kraftfutter ist an der Tagesordnung, das oft in wasserarmen Regionen anderer Länder für unseren Fleischbedarf angebaut wird, und die Mastbullen, die das leckere Rumpsteak oder den Braten liefern, kriegen Sie eh nicht zu Gesicht. Eine Naturweide mit 150 Bullen, von denen jeder über 600 Kilo wiegt, habe ich noch nie gesehen. Übrigens, ich habe auch lange gebraucht, bis ich begriffen habe, wo die Perversion in der Kraftfütterung zu finden ist: Kraftfutter besteht aus Getreide, Rinder sind aber Grasfresser. Es werden also ganze Lehrstühle an Universitäten finanziert, die herausfinden, wie man "Nutzvieh" mit nicht artgerechtem Futter wirtschaftlich optimal aufzieht... Ganz schön irre, oder? Die Ökokobilanz für Schweinefleisch, Geflügel, Milch und Eier sieht leider auch nicht besser aus. Sie glauben mir nicht und möchten wissen, wie die Wasserverbrauchszahlen zustande kommen? Dann schauen Sie mal hier: http://www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm#meatproduction

Richtig viel gute Information rund um die Frage "soll ich nun vegan leben oder nicht?" finden Sie auch hier: www.provegan.info.

Sie möchten gerne vegan kochen, aber Ihnen fehlen die entsprechenden Rezepte? In  meinem Amazon-Shop können Sie aus einer schönen Auswahl von veganen Kochbüchern wählen!

Und nun die Gretchenfrage: Wie kann jeder von uns dem überbordenden Wasserverbrauch in der Welt entgegenwirken?? Genau, Sie haben es begriffen! Ich erwarte ja gar nicht, dass nun jeder sofort Veganer wird, ich bin es auch nicht von heute auf morgen geworden und kann verstehen, wenn diese Form der Ernährung für viele Menschen einfach undenkbar ist. Und selbst ich als geborener Optimist glaube nicht, dass ich es noch erleben werde, dass auch nur ein Viertel der Weltbevölkerung sich vegetarisch oder gar vegan ernähren wird. Aber wer sich nur um ein paar Kilo einschränkt, weniger Wurst oder Milchprodukte kauft, der tut ganz aktiv etwas dafür, dass unsere Kinder in der Zukunft nicht Kriege um Wasser führen müssen. Denn leider sieht es bis jetzt so aus, als sei Wasser DAS Kriegsauslöserrisiko der Zukunft. Also, fressen wir unseren Kindern doch nicht die Zukunft weg, bitte.  

Wird man als Veganer nicht kraftlos und blass? Gibt vegane Ernährung genügend Nährstoffe, um unseren immer stressiger werdenden Alltag bewältigen zu können? Ja klar. Schauen Sie sich mal diese prominenten Veganer an: Schauspieler Joaquin Phoenix, Alicia Silverstone, James Cromwell (Bauer aus „Ein Schweinchen namens Babe“), Weltklassesportler wie Ironman Brendan Brazier, Tennisspielerin Martina Navratilova und Carl Lewis, Musiker wie Bryan Adams, Chris Martin von „Coldplay“ und Shenia Twain, Klassiker wie Tolstoi, Schopenhauer, Wilhelm Busch, Albert Schweitzer. Mehr dazu hier: http://www.grundrecht-leben.de/ueberlegungen/ueberlegungen_vegane_prominente.html. Übrigens leben Vegetarier und Veganer deutlich gesünder als Fleischesser, sind selten übersäuert, so gut wie nie fettleibig und leiden deutlich weniger an den klassischen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen, Allergien etc. Also seien Sie doch einfach gesundheitlich egoistisch und essen Sie weniger Fleisch.

Nur kurz angeschnitten das Tierschutzthema, dem leider oft der Makel des Missionarischen anhaftet. Wenn Kinder auf dem Bauernhof das nette Kälbchen oder das wuschelige Schaf streicheln und dann zuhause das Wurstbrot vorgesetzt bekommen, werden sie meiner Meinung nach schizophren an Tiere herangeführt. Hier niedlich und „süüß“, da lecker und tot. Oder haben Sie mal Eltern sagen hören "Hier, mein Schatz, Dein Brot mit einer Scheibe totem Schwein!" Die Wurst ist so herrlich anonym, wie praktisch. Metzger haben keinen guten Ruf, sie gelten als kaltherzig, brutal. Aber wenigstens sind sie ehrlich. Sie stehen zu dem, was sie machen, sie töten bewusst. Aber warum töten sie überhaupt? Ihre Auftraggeber sind die Fleischesser, denn würde es keine Nachfrage nach Fleisch geben, dann wären sie arbeitslos. Aber wir Menschen sind Meister der Verdrängung. Müßten die Fleischesser das Tier immer selber töten, gäbe es gaaanz viele Vegetarier, davon können Sie ausgehen. Denn das leckere Steak ist nicht am Baum gewachsen und auch das Rind, von dem es stammt, ist nicht am Herzschlag gestorben. Es wurde gegen seinen Willen und gegen das universelle Lebensrecht jedes Tieres getötet, da braucht niemand drum herum reden. Und es wurde nicht liebevoll im gewohnten Stall oder etwa auf seiner Weide, so es eine solche überhaupt jemals gesehen hat, eingeschläfert, sondern in einem nach Tod und Panik riechenden Schlachthaus getötet. Ich mag Tiere, aber ich mag sie lebendig! Ich möchte keinen Unterschied mehr machen zwischen Tieren, die mit mir leben und denjenigen, die für mich leben, weil ich sie oder ihre Produkte esse und dann in Kauf nehme, dass sie, „nutzlos“ geworden, getötet werden. Mir ist das zu heftig, es belastet mein Gewissen zu sehr. Ein schlechtes Gewissen lässt mich schlecht schlafen und macht mir Stress und das ist dann wirklich kräftezehrend. Ich leide schon darunter, dass meine Hunde Fleisch bekommen, denn eine wirklich gesunde vegetarische Alternative habe ich noch nicht gefunden bzw. traue mich nicht, sie umzusetzen. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung, die ich niemandem aufzwingen möchte. Ich will ja auch nicht missionarisch zum Fleischessen genötigt werden. Aber wenn Sie Zeit und Lust haben, dann schauen Sie doch mal diese Video an: http://veg-tv.info/Easy_vegan. Es ist ein gut gemachter Apell für den Veganismus, ohne Schockeffekte oder Polemik. Es zeigt die Realität der Fleischerzeugung am Beispiel von Demeter-Höfen, also Bio-Fleisch! Zwei Sequenzen zeigen Schlachtungen, werden aber durch einen Gong vorher und am Schluss gekennzeichnet, so dass jemand, der das nicht sehen möchte, einfach wegschauen kann. Und das Video zeigt sehr gut, wie sehr der Verbraucher durch die Werbung mit Begriffen wie "artgerechte Tierhaltung" getäuscht wird.

Als Abschluss kurz zurück zum „Möhrenknabberer“. Natürlich muss man als Vegetarier oder gar als Veganer nicht auf kulinarische Genüsse verzichten und ich werde im Sommer meinen Hundeplatz auch weiterhin mähen und nicht selber abgrasen (Danke Karin, für diese witzige Bemerkung, die musste ich unbedingt verarbeiten!). Ich esse gerne gut und kann das auch als Veganerin. Wie war heute mein Frühstück? Eine halbe Semmel mit guter Pflanzenmargarine aus ungehärteten Fetten, darauf eine Scheibe Räuchertofu, darauf einen Teelöffel eingelegte, gehackte Oliven aus den Glas. Die andere Hälfte mit vegetarischem Zwiebel-Apfel-Schmalz, darauf eine Scheibe pikante Weizenfleischwurst, darauf ein wenig mittelscharfen Senf. Zum Kaffee am Nachmittag Nusskuchen mit Ei-Ersatz und Sojamilch statt Ei und Milch. Heute Abend gibt es Polenta-Ratatouille-Auflauf (das Ratadings ist vom Tiefkühlservice), mit Hefeschmelz überbacken. Alles sehr nahrhaft, sehr lecker und garantiert gewissenkompatibel und okölogisch korrekt. Ich steh drauf. Auch Lederschuhe kann ich, peu a peu, durch vegane Schuhe ersetzen und komme doch nicht auf der Grassohle dahergehatscht.

Sie wollen doch noch mehr wissen über fleischlose Lebensweise. Dann schauen Sie doch mal hier: www.vitavegetare.com oder www.vegan.de . Und wenn Sie mal leckere vegane Lebensmittel online einkaufen wollen, dann schauen Sie bei http://www.radixversand.de vorbei. Der Creamy Smooth Block Mozzarella ist super zum Überbacken oder für Pizza und die Sojasahne verfeinert, aber mit ganz wenig Kalorien. Und die Käsekrainer-Würstchen sind einfach der Hit!

Und wenn Sie doch noch weiter Fleisch essen wollen, was ich nachvollziehen kann, denn ich habe es ja auch lange genug getan und es hat mir auch geschmeckt, dann behalten Sie bitte wenigstens im Kopf, wie viel Liter Wasserzukunft das Kilo Rinderbraten kostet: 15.000! Vielen Dank, dass Sie bis hierher durchgehalten haben mit dem Lesen, denn jetzt kommt der gemeine Schlußsatz: Ab jetzt können Sie nicht mehr sagen "Hab ich nicht gewußt".Trotzdem vielen Dank fürs Lesen!

Möchten Sie mehr zum Thema "Verantwortung für Morgen" lesen? Dann besuchen Sie doch mal meine neue Seite: www.verantwortungfuermorgen.npage.de