Zur Hundeschule gehören natürlich auch unsere fünf Hunde. Nicht mehr "live" dabei sind die beiden alten Rüden Pablo und Fjodor meiner Lebensgefährtin Michaela, und unsere "gemeinsamen Hunde" Opi, Winni, Baviera, Irene und Wonda. Sie sind schon im Hundehimmel, aber in Gedanken natürlich trotzdem immer noch bei uns.
Hier nun also der "Rest" unserer "gemischten Truppe":
Lieblingsbeschäftigung: Bälle apportieren. Und zwar so extrem, dass sie die Bälle auch noch sucht und findet, wenn ich die Dinger in den Wald geschmissen habe, ohne dass sie es gesehen hat. Es genügt eine Richtungsweisung und ein "Verloren!" und sie sucht, bis sie alle Bälle gefunden hat, was schon mal eine halbe Stunde dauern kann. Auch sie wird langsam alt, hat ein paar Problemchen mit der Wirbelsäule und darf daher die Bälle nicht mehr mit zuviel Schwung und Abbremsen fangen. Aber mit meinem Schwager im Sommer 3 Stunden Radltour machen, das geht noch prima. Ach ja, und unbemerkt kommt hier auch niemand ins Haus... Böse Zungen würden sagen, sie kläfft wie blöd, wenn's klingelt, aber sowas würden meine Hunde natürlich niiie tun...
Taco übernahmen wir am 1. Dezember 2007 aus dem italienischen Tierschutz. Er war damals ungefähr 9 Jahre alt und hat von Welpenalter an nur in einem Tierheim in der Toscana gelebt. Von den großen Hunden wurde er oft gemobbt, wovon seine vielen Narben zeugen. Er hatte zwei Schlaganfälle und hält deshalb seinen Kopf etwas schief und ist geistig sehr eingeschränkt.
Er ist einer der freundlichsten, rührendsten und friedfertigsten Hunde, die ich je erlebt habe, und freut sich über jede Zuwendung, jede Mahlzeit. Er ist ein glücklicher, entspannter Hund, der es liebt, bei uns im Bett zu schlafen. Er mutiert, wenn man ihn zur Seite schieben will, von realen 18 zu gefühlten 180 Kilo und scheint sich jeden Morgen wieder einen Dollen zu freuen, wenn er merkt, dass er nicht im Tierheimzwinger mit 100 anderen Hunden aufgewacht ist.Wenn jemals einer unserer Hunde "dankbar" war, dann er!
Felix ist ein Bretonenspaniel aus dem italienischen Tierschutz von Pro Animale, der einer alten Dame gehörte, mit der wir befreundet waren. Sein Frauchen ist inzwischen verstorben und Felix gehört nun uns. Er ist gute 13 Jahre alt und fit wir ein neuer Turnschuh! Er ist der einzige unserer Hunde, der auch im Alter noch leidenschaftlich gern mit anderen Hunden spielt. Er ist sanftmütig und gut verträglich, einfach nur ein lieber, alter, hübscher Hundemann. Bei ängstlichen Hunden ist er mein bester Therapiepartner, er hat schon so manchem Hund wieder Vertrauen in die Artgenossen gegeben. Er wird immer tauber, aber dadurch wird auch Silvester immer entspannter. Für irgendwas muss so eine Taubheit ja gut sein...
Anfang 2009 fanden wir Suerte, einen rauhaarigen Podenco Andaluz, im Internet und er rührte uns sofort. Damals erst ein gutes halbes Jahr alt, durch Misshandlung blind, hatte er schon eine Weile in Südspanien auf der Straße gelebt und wurde von zwei barmherzigen Frauen durchgefüttert. Aber dann zogen sie weg, kümmerten sich um einen Pflegeplatz und so kam Suerte in die Nähe von Barcelona. Seine Augen wurden operiert, eine Augenhöhle geschlossen, das andere Auge versorgt, aber sein Sehvermögen konnte ihm niemand wiedergeben.
Nach monatelangem Warten, ob sich nicht doch jemand für ihn findet, entschlossen wir uns, ihn bei uns aufzunehmen. Da er in engen Räumen schnell Panik bekam, war ein Flug unmöglich und so fuhr ich mit einer Bekannten die 1.500 km runter nach Spanien, blieb drei Tage und fuhr dann wieder mit ihm heim.
Suerte, ein Riese mit 68 cm Rückenhöhe, lebte sich hier schnell ein, aber die Probleme, mit denen wir gerechnet hatten, traten nicht ein... Wir dachten, es sei eher ein orientierungsloser, anhänglicher Hund... Selten so gelacht! ;o)) Seine Augen sind blind, aber seine Ohren und seine Nase sind messerscharf und haben wir eine Menge Arbeit mit ihm, denn Jagen geht auch blind...
Auch Alleinbleiben war anfangs absolut unmöglich. Inzwischen sind einige Stunden gar kein Problem mehr, aber es brauchte viel Geduld, denn er fing schon an zu kläffen, winseln und an der Tür kratzen, wenn ich nur zum Mülleimer ging.
"Suerte" heißt "Glück" und wir haben wirklich Glück, ihn gefunden zu haben. So schwer es manchmal mit ihm ist, soviel er auch schon zernagt hat, so heftig er noch sein kann, wenn er Hunde wittert, die er nicht kennt, so schön ist es auch, ihn selig im Bett schlafen zu sehen oder zuzuschauen, wie er seine Plüschtiere tot und tot und tot schüttelt.
Luzy ist eine Englisch-Setter-Mix-Hündin und sie wurde circa 1998 in Italien geboren. Das war Pech, denn dort landete sie bereits als Junghund in einer der Hundehöllen. Einzel-Kettenhaltung, wenig Futter, keine Ansprache und natürlich überhaupt keine liebevolle Zuwendung, das war ihr Leben rund 11 Jahre lang. Ein Jahr lang war sie dann in einem "besseren" Tierheim, aber auch da war nur die gute Seele von Montegranaro, Patricia, der einzige Mensch, dem sie überhaupt etwas bedeutete. Wir sahen sie dann auf einer Vermittlungsseite und wußten - das ist unser Hund. Im Februar 2011 zog sie bei uns ein, ich holte sie persönlich in Italien ab. Es ist für mich unbegreiflich, wie sie es überhaupt so lange unter solchen üblen Lebensverhältnissen aushalten konnte und noch unbegreiflicher finde ich es, wie sie es geschafft hat, ihr Vertrauen in Menschen und andere Hunde nie zu verlieren. Sie ist eine unglaublich sanfte, schlaue, anlehnungsbedürftige Hündin, die einfach nur lieb ist. Sie ist zusammen mit Felix mein Traumhund für andere Hunde, die Angst vor Artgenossen haben. Luzy ist einfach ein ganz großer Schatz, der sich jeden Tag über das Leben freut.
Ja, wir haben ein "Hundealters- und Behindertenheim" zuhause und wir genießen es, diesen wundervollen Seelen ein schönes Leben zu ermöglichen. Sie überlegen, ob Sie auch einem Hundesenior oder einem Handikap-Hund ein Zuhause geben wollen? Dann schauen Sie doch mal auf unsere Notfallseite, da warten immer Vierbeiner auf warmherzige Leute!