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In meiner Hundeschule tragen die Hunde grundsätzlich nur Brustgeschirre und niemals Halsbänder, und das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es die Schonung des Kehlkopfes. Ein Halsband, auch wenn es breit und weich ist, drückt bei straffer Leine oder plötzlichen Leinenrucken, auch wenn sie unbeabsichtigt sind, immer stark auf den Kehlkopf. Viele Hunde werden bei Tierärzten auf „chronischen Husten“ behandelt und niemand erkennt, dass es sich leider um eine Kehlkopfentzündung auf Grund zu häufiger Reizung durch Druck über das Halsband handelt. Oder kämen Sie auf die Idee, sich im Auto am Hals anzuschnallen? Da benutzen wir ja auch den Brust- und Beckengurt und das aus gutem Grund. Außerdem schädigen Druck bzw. Rucke aufs Halsband auch die Nackenwirbel und damit die ganze Wirbelsäule sowie die Schilddrüse, was nur wenigen bekannt ist.
Die vielfältigen Schädigungen des Skeletts können Sie im Buch "Rückenprobleme beim Hund" von Anders Hallgren, Animal Learn Verlag, nachlesen. Ebenfalls nachlesen können Sie den Disput in der Hundezeitschrift "Der Hund". Im Sommer 2010 erschien ein Artikel contra Brustgeschirr und Pro Halsband, der die Mehrheit der Hundephysiotherapeuten sehr ärgerte, weil er fachlich einfach falsch war, aber viele Menschen nun doch wieder sagten "Siehste, Halsband ist doch besser!" Diesen Artikel und die Antwort der AG Osteopathie können Sie hier nachlesen. Und hier noch ein interessantes PDF zum Thema.

Starker Zug durch das Halsband oder Rucke können im Hals liegende Nerven schädigen und das sog. "Horner-Syndrom" auslösen. Dann passieren folgende Dinge:
Pupillenverengung (Miosis)
Herabhängen des Oberlides (Ptosis)
Zurücksinken des Auges in die Augenhöhle (Enophthalmus)

Meistens ist das Horner-Syndrom mit Medikamenten heilbar, es kann aber auch irreparabel sein. Diese Informationen habe ich von meinem Augen-Fachtierarzt Dr. Fritsche in München. Auch im Internet wird das Horner-Syndrom bei Hunden immer im Zusammenhang mit Leinenrucken als mögl. Ursache genannt.

Sie möchten ein optimales Brustgeschirr in "bewegten Bildern" sehen? Dann schauen Sie hier: http://www.hallohund.de/hunde-basics/erziehung-haltung/189042/geschirr-oder-halsband-was-ist-besser-fuer-den-hund. Die Redaktion von HalloHund hat m Sommer 2009 mit mir ein Video zum Thema gedreht. Das dort vorgestellte Brustgeschirr, entwickelt von Frau Feltmann, bekommen Sie in vielen Farbvarianten und Größen in meiner Hundeschule. Es ist meiner Erfahrung nach das einzige Geschirr "von der Stange", das wirklich optimal sitzt. Wem mein Laden zu weit weg ist, kann diese Geschirre auch direkt bei www.brustgeschirr.com bestellen.

Wer ein gutes, gepolstertes Geschirr nach Maß anfertigen lassen möchte, der ist hier richtig: http://www.bellissimo-for-dogs.de. Frau Hermann fertig auch sehr gut sitzende Panikgeschirre an, für diejenigen Hunde, die dazu neigen, aus einem Geschirr herauszuschlüpfen.

http://www.bellissimo-for-dogs.de/

Aber es gibt auch noch andere Gründe, die gegen ein Halsband sprechen, und hier möchte ich Gudrun Feltmann, eine bekannte Hundetrainerin und Buchautorin zitieren, die aus langjähriger Erfahrung für Brustgeschirre plädiert.

„...Wir legen unserem Hund kein Halsband, sondern ein Brustgeschirr an. Dies sollte unbedingt ein Rücken- und ein Bruststück haben. Weiterhin muss es verstellbar sein, so dass es dem Körper des Hundes gut angepasst werden kann. (...) Begründung: Der Hals des Hundes ist für die Entwicklung seines Sozialverhaltens ein überaus sensibler Körperbereich. Er ist sozusagen die soziale Empfangsstation, die für positive und negative Zuwendung höchste Empfindsamkeit zeigt. Dabei konnte ich beobachten, dass Hunde dem Hals auch noch bestimmte Funktionsbereiche zuordnen.

Der Nacken und die Kehle dienen der Regelung der Unterlegenheit. Die beiden Seiten des Halses rechts und links gehören intimen Freunden. Damit sind unter Hunden die zur Hundegemeinschaft gehörenden Mitglieder und beim Menschen die Personen gemeint, die mit dem Hund im engsten Familienverband leben.

Die Kehle ist der empfindlichste Teile des Halses. Der Hund bietet sie dem Menschen noch zusätzlich für intensives Streicheln an. Dies kann er aber nur dann, wenn er ganz besonders entspannt ist und großes Vertrauen zu seinen Menschen hat.

Zusammenfassung: Der Hals des Hundes ist ein Körperbereich, der überaus empfindliche für soziale Mitteilungen ist. Er ist äußerst empfänglich sowohl für positive als auch negative Kontakte. Die Verwendung guter Brustgeschirre verhindert falsche Informationen über den Hals. (...)“  (Aus „Welpentraining mit Gudrun Feltmann. Der gute Start“, Kosmos Verlag)

Es ist somit klar: Bekommt der Hund Druck oder einen Ruck an der Kehle, so ist das eine falsche Information für ihn. Er reagiert verunsichert, oft sind Beschwichtigungssignale zu bemerken wie Züngeln, Wegschauen, Blinzeln etc. Auch um Ihren Hund nicht unnötig zu verunsichern sollten Sie daher unbedingt Brustgeschirre verwenden.

Hunde kommunizieren auch auf Spaziergängen untereinander. Begegnen sich zwei Hunde, so kann man immer Beschwichtigungssignale wie Wegschauen und Züngeln beobachten, die dem anderen sagen: „ich bin friedlich gestimmt, ich will nichts von dir!“ Ziehe ich nun dem Hund den Kopf am Halsband hoch, bekommt der andere Hund von unserem Vierbeiner über die erzwungene „selbstbewusste Kopfhaltung“ eine Fehlinformation, nämlich „Na, wollen wir mal sehen, wer der Stärkere ist?!“ Aus diesem Missverständnis zwischen den Hunden entstehen leicht Leinenrüpeleien. Es ist bezeichnend, dass Leinenraufer, die zu friedlichen Zeitgenossen umerzogen werden sollen, im Brustgeschirr wesentlich entspannter laufen, weil sie besser Beschwichtigungssignale zeigen können, die dann entsprechend vom Besitzer bestätigt und vom Gegenüber mit eigenen Beschwichtigungssignalen beantwortet werden. Hier erfolgt eine wesentlich schnellere Deeskalation als am Halsband.

Es wird auch immer wieder gesagt, im Brustgeschirr würden Hunde das Ziehen lernen. Das ist falsch. Hunde lernen das Ziehen, wenn sie Erfolg mit damit haben, d.h. wenn sie weiterkommen. Und das tun sie auch am Halsband, denn für das Weiterkommen nehmen sie auch Unannehmlichkeiten und Schmerzen in Kauf. Es stimmt, im Brustgeschirr verpuffen Leinenrucke, da sie darin nicht wehtun und nicht verunsichern, aber Leinenrucke gehören sowieso in die „Abteilung Mittelalter“ der Hundeerziehung, da sie nur über Meideverhalten wirken. Leinenführigkeit hat auch nichts mit dem „Rang“ zwischen Mensch und Hund zu tun. Viele Menschen glauben leider immer noch, ständig „den Chef raushängen lassen zu müssen“ und wählen dazu unter anderem den Leinenruck am Halsband. Wer seinen Hund so erziehen will, der sollte seine Einstellung zu seinem Tier überdenken. Wir setzen auf die Kommunikation und das Miteinander mit dem Hund, denn nur darüber ist eine wirklich freudige und tierschutzgerechte Ausbildung möglich.

Ein gutes Brustgeschirr läuft oben NICHT an einem Punkt zusammen, sondern hat einen Steg auf dem Rücken, ist mehrfach verstellbar und schneidet nirgends ein. Entsprechend verbieten sich die sogenannten „Gentle-dog“-Geschirre oder „Geh-bei-Fuß-Trainer“, die mit dünnen Riemchen unter den Achseln des Hundes einschnüren und damit auch wieder über Meideverhalten arbeiten.

Wichtig: Das Tragen von Halsbändern ist in den Kursen nicht gestattet. Wer also zum Kurs kommt und das Brustgeschirr „vergessen“ hat, der kauft entweder ein neues oder muss die Stunde verfallen lassen. Ich bin da konsequent  – zum Wohle der Hunde! Wenn  Sie noch kein Brustgeschirr besitzen, dann können Sie schöne und qualitativ hochwertige Modelle in meiner Hundeschule kaufen oder sich bei Bellissimo-for-dogs.de in Dachau eines maßfertigen lassen. . Ich passe es Ihrem Hund optimal an! Ist das Geschirr irgendwann zu klein geworden aber noch in Ordnung, dann nehme ich es in Zahlung, wenn Sie bei mir auch das neue kaufen.


Und auch wenn ich sonst ein diskussionsbereiter Mensch bin - beim Thema Brustgeschirr gibt es keine Diskussionen. Möchten Sie mit Ihrem Hund also unbedingt am Halsband arbeiten, dann sind Sie bei mir falsch. Und wenn Sie sich sagen "Dann nehme ich das Geschirr halt in der Schule, weil die Trainerin das so will und zu Hause übe ich mit dem Halsband, denn das kriegt sie ja gar nicht mit!", dann suchen Sie sich bitte auch gleich eine andere Hundeschule. Wem meine vernünftigen und mmit Fakten zu belegenden Argumente nicht einleuchten, der ist zu wenig auf meiner Wellenlänge, als das es Zweck hätte, dass wir auch nur für die Dauer eines Kurses miteinander zu tun haben.