Seit einigen Jahren erfreuen sich Problemhunde-Dokusoaps wie "Die Superfrauchen" oder "Martin Rütter, der Hunde-Profi" großer Beliebtheit. In diesen Sendeungen werden den Besitzern von Problemhunden Hilfestellung von TrainerInnen und Tierärztinnen gegeben, um wieder zu einem normalen Miteinander von Mensch und Hund zu kommen.
Im Gegensatz zu vielen "Hau-Ruck und Druck"-Sendungen, die schon im Fernsehen liefen, haben mich die Superfrauchen und überwiegend auch Martin Rütter angenehm überrascht. Endlich wird mal gezeigt, dass es auch ohne Druck und Gewalt geht, sondern über Verständnis für die Bedürfnisse des Hundes und Erlernen neuer Verhaltensweisen vor allem der Menschen, was auf den Hund direkten Einfluss hat. Zunächst fand ich es irreführend, dass die Superfrauchen"ausgebildete Verhaltenberaterinnen und Hundetrainerinnen" sind. Das klingt nach "staatlich anerkannt" und das gibt es in diesem Bereich leider nur in einem Bereich: Als staatlich diplomierter Tierarzt/Tierärztin mit Zusatzausbildung "Verhaltenstherapie" (Dank an Frau Brentrup von den Superfrauchen, die mich in einer netten Mail darauf hinwies! Sie ist eine dieser wenigen anerkannten Verhaltenstherapeutinnen).
Auch finde ich es schade, dass einige Hunde in der Serie noch am Halsband geführt werden, aber insgesamt halte ich diese beiden Dokusoaps für empfehlenswert, denn selbst bei unangeleiteter Nachahmung kann kein allzu großer Schaden angerichtet werden. Kritiklos Leinenrucke oder "Unterwerfung" nachzuahmen, wie sie bisher in den meisten "Hundeerziehungssendungen" gezeigt werden, kann dagegen für den Hund absolut schädlich sein und größere Probleme hervorrufen als vorher da waren. Optimale Ergebnisse wie bei den "Superfrauchen" und neuerdings auch bei den Sendungen mit Martin Rütter gibt es aber natürlich nur mit persönlicher Betreuung!
Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine der "Shows" von Martin Rütter zu besuchen, dann tun Sie das! Ich hab es gemacht und mich ehrlich gesagt fast schlapp gelacht. Ich habe nichts wirklich Neues gelernt, aber wie er sein Wissen rübergebracht hat, war einfach wirklich lustig!
Bitte vergessen Sie auch nicht, dass nur wenige Menschen in der glücklichen Lage sind, eine Fachkraft tagelang als Unterstützung in unmittelbarer Nähe zu haben, wenn man nicht gerade als "Kandidatin" fürs Fernsehen genommen wurde, denn sonst kostet es ja auch Geld. ABER: So intensive Betreuung, wo auf "Rückfälle in alte Muster" direkt hingewiesen wird, bringt unglaublich viel für Mensch und Hund. Und letztlich ist das Geld dann gut angelegt, denn Sie haben endlich wieder das Verhältnis zum Hund, das Sie sich gewünscht haben!
Hier halte ich mich sehr bedeckt. Einem Hund, der in Abwesenheit seiner Besitzer ständig kläfft, einfach mal "Dominanz" zu unterstellen (er würde "sauer sein, dass sein Frauchen weg ist, weil er sie kontrollieren möchte") und dieses Problem mit einem Anti-Kläff-Halsband einfach "wegzusprühen" halte ich für grob fahrlässig, tierschutzrelevant und gefährlich. Es bedarf bei Verhaltensauffälligkeiten durch Abwesenheit des Besitzers einer umfangreichen und sensiblen Ursachenforschung und nicht einfach einer Symtomunterdrückung. Wenn Ihre Warnlampe im Auto angeht, glauben Sie ja auch nicht, dass alles in Ordnung ist, wenn man nur die Lampe zerschlägt... So eine Vorgehensweise verlagert das Problem nur auf eine andere Ebene und es ist sehr wahrscheinlich, dass der Hund zwar nicht mehr kläfft, aber dann die Wohnung oder sogar sich selber zerstört (Leckekzem etc.). Hier muss genau geschaut werden und nicht "draufgehauen". "Dominanz" ist ein sehr diffiziler Begriff, wird aber sehr oft hergenommen, um grobe Methoden zu rechtfertigen. Was ich zum Thema "Dominanz und Alpha-Hund" denke, können Sie hier nachlesen.
Wenn Sie auch Interesse an einer intensiven Beratung und Betreuung für sich und Ihren Hund haben, dann mailen Sie mir bitte oder rufen Sie mich an und vereinbaren Sie einen Termin.